May-Thurner-Syndrom

Die Kompression der linken gemeinsamen Beckenvene zwischen Wirbelsäule und der rechten gemeinsamen Beckenarterie, die sie vorne überkreuzt. Diese anhaltende Kompression kann die Vene verengen, den Blutrückfluss aus dem linken Bein behindern und eine Thrombose begünstigen.

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Ist es häufig?

Die anatomische Kompression ist häufig: Bei Menschen ohne Beschwerden wurde bei etwa jedem Vierten eine Einengung von mehr als 50 % beschrieben. Probleme entwickelt aber nur ein Teil. Deshalb spricht man von einem Syndrom, wenn die Kompression mit Beschwerden oder einer Thrombose einhergeht.

Erscheinungsformen

Ohne Thrombose (nicht thrombotische Läsion)

  • Venöse Claudicatio: Stauungsgefühl, Schwere und Schmerzen im linken Bein, die beim Gehen zunehmen und zum Stehenbleiben zwingen.
  • Schwellung des linken Beins.
  • Krampfadern, einschließlich Krampfadern im Becken, an der Vulva oder in der Leiste, und Beschwerden eines pelvinen Stauungssyndroms.
  • In fortgeschrittenen Fällen Hautveränderungen und Geschwüre.

Mit Thrombose

Das May-Thurner-Syndrom ist eine wichtige Ursache der linksseitigen iliofemoralen tiefen Venenthrombose, vor allem bei jungen Frauen, manchmal ausgelöst durch die Pille, eine Schwangerschaft oder Immobilisierung. Es handelt sich um eine ausgedehnte Thrombose, die dringend behandelt werden muss.

Diagnose

Der Duplex-Ultraschall gibt erste Hinweise, MRT oder CT zeigen die Anatomie. Bestätigt und genau vermessen wird die Engstelle mit Phlebographie und intravaskulärem Ultraschall (IVUS), der bei diesen Läsionen empfindlicher ist als die Phlebographie allein.

Behandlung

  • Ohne Beschwerden: Allein aufgrund eines Befundes in der Bildgebung wird nicht behandelt.
  • Leichte Beschwerden: konservative Maßnahmen und Kompressionsstrümpfe.
  • Deutliche Beschwerden oder Thrombose: endovaskuläre Behandlung. Über eine Vene in der Leiste oder der Kniekehle bestätige ich die Läsion mit IVUS und setze einen Venenstent ein, der die Vene in ihrem normalen Durchmesser offen hält. Ein frisches Gerinnsel kann vorher mit Thrombektomie-Verfahren entfernt werden.

Nach der Stentimplantation wird für eine gewisse Zeit eine antithrombotische Therapie verordnet, und es folgen Duplex-Kontrollen. Die europäische Leitlinie von 2022 sieht bei komplexen Verschlüssen der Beckenvenen mit therapieresistentem Geschwür, schwerem postthrombotischem Syndrom oder behindernder venöser Claudicatio zudem chirurgische oder hybride Verfahren vor.

Ergebnisse des Venenstents

Eine Metaanalyse von 37 Studien mit 2.869 Patienten untersuchte Stents bei Verschlüssen der Beckenvenen. Nach einem Jahr waren ohne erneuten Eingriff noch offen:

  • 96 % bei Kompressionen ohne Thrombose, etwa beim nicht thrombotischen May-Thurner-Syndrom.
  • 87 % nach einer akuten Thrombose.
  • 79 % bei chronischen postthrombotischen Verschlüssen (94 %, wenn man die Fälle mit einer Nachbehandlung einschließt).

Der Eingriff war in 94–96 % der Fälle technisch erfolgreich, schwere Komplikationen waren selten: größere Blutungen bei höchstens 1,1 % und Lungenembolien bei höchstens 0,9 %. In der Clínica Rotger messe ich die Kompression und wähle den Stent mithilfe von intravaskulärem Ultraschall (IVUS) aus.

Zusammenhang mit dem pelvinen Stauungssyndrom

Ist die linke Beckenvene eingeengt, sucht sich das Blut aus Bein und Becken Umgehungswege, und die Beckenvenen erweitern sich. Deshalb kann das May-Thurner-Syndrom Krampfadern an Vulva, Leiste oder Oberschenkelinnenseite und Beschwerden eines pelvinen Stauungssyndroms verursachen. In diesen Fällen ist die Behandlung der Kompression ein wesentlicher Teil der Therapie.

Häufige Fragen

Warum ist fast immer das linke Bein betroffen?

Weil die linke Beckenvene zwischen der rechten Beckenarterie, die sie vorne überkreuzt, und der Wirbelsäule eingeklemmt wird.

Bleibt der Stent für immer?

Ja, der Venenstent verbleibt dauerhaft. Anschließend wird mit Duplex-Ultraschall kontrolliert, dass er offen bleibt.

Muss ich Blutverdünner einnehmen?

Nach der Stentimplantation wird für eine gewisse Zeit eine antithrombotische Therapie verordnet. Die Dauer hängt vor allem davon ab, ob zuvor eine Thrombose aufgetreten ist.

In meinem CT wurde eine Kompression der Beckenvene gesehen. Brauche ich einen Stent?

Nicht unbedingt. Etwa jeder Vierte ohne Beschwerden hat eine Einengung von mehr als 50 %. Behandelt wird nur, wenn sie die Beschwerden erklärt oder eine Thrombose verursacht hat.

Behandeln Sie auch Patienten, die nicht auf Mallorca wohnen?

Ja. Sie können mir Ihre Befunde senden: Ich prüfe sie vorab und wir führen eine erste Videosprechstunde durch. So funktioniert es.

Literatur

  • Kibbe MR, Ujiki M, Goodwin AL, Eskandari M, Yao J, Matsumura J. Iliac vein compression in an asymptomatic patient population. J Vasc Surg. 2004;39(5):937-943.
  • Gagne PJ, Tahara RW, Fastabend CP, et al. Venography versus intravascular ultrasound for diagnosing and treating iliofemoral vein obstruction. J Vasc Surg Venous Lymphat Disord. 2017;5(5):678-687.
  • De Maeseneer MG, Kakkos SK, Aherne T, et al. European Society for Vascular Surgery (ESVS) 2022 Clinical Practice Guidelines on the Management of Chronic Venous Disease of the Lower Limbs. Eur J Vasc Endovasc Surg. 2022;63(2):184-267.
  • Kakkos SK, Gohel M, Baekgaard N, et al. European Society for Vascular Surgery (ESVS) 2021 Clinical Practice Guidelines on the Management of Venous Thrombosis. Eur J Vasc Endovasc Surg. 2021;61(1):9-82.
  • Razavi MK, Jaff MR, Miller LE. Safety and effectiveness of stent placement for iliofemoral venous outflow obstruction: systematic review and meta-analysis. Circ Cardiovasc Interv. 2015;8(10):e002772.

Verfasst und geprüft von Dr. Óscar Merino Mairal, Chefarzt der Abteilung für Angiologie und Gefäßchirurgie der Clínica Rotger (Palma). Approbationsnummer 070834930, Ärztekammer der Balearen. Organisator und Leiter der Workshops der Clínica Rotger zur Diagnostik und Behandlung abdominaler und pelviner Venenerkrankungen (fünf Ausgaben seit 2025; die siebte im Jahr 2027 wird international). Mein Werdegang. Zuletzt geprüft: Oktober 2026.

Patienteninformation, geprüft von Dr. Óscar Merino, Gefäßchirurg. Sie ersetzt keine individuelle ärztliche Untersuchung.

Endovaskulärer Eingriff im Angiographieraum

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