Schaufensterkrankheit (Claudicatio intermittens)
Periphere arterielle Verschlusskrankheit
Die fortschreitende Verengung und der Verschluss der Beinarterien durch Arteriosklerose. Typisches Symptom ist die Claudicatio intermittens, im Volksmund „Schaufensterkrankheit“: Wadenschmerzen beim Gehen, die zum Stehenbleiben zwingen und nach einigen Minuten Pause verschwinden.
Eine häufige und oft stumme Erkrankung
Sie betrifft weltweit Hunderte Millionen Menschen, doch viele haben keine Beschwerden oder schieben sie auf das Alter. Sie zu erkennen ist aus zwei Gründen wichtig: wegen des Beins und vor allem wegen Herz und Gehirn, denn diese Patienten haben ein hohes Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko.
Stadien der Erkrankung
- Ohne Beschwerden: entdeckt durch einen auffälligen Knöchel-Arm-Index oder schwache Pulse.
- Claudicatio intermittens: Muskelschmerzen nach einer bestimmten Gehstrecke, die in Ruhe nachlassen.
- Chronische extremitätenbedrohende Ischämie: Ruheschmerzen, vor allem nachts im Bett, sowie Wunden oder Gangrän an den Füßen. Erfordert eine dringende Behandlung, um eine Amputation zu vermeiden.
Ein plötzlich kalter, blasser, schmerzender und kraftloser Fuß ist ein Notfall (akute Ischämie): Gehen Sie sofort in die Notaufnahme oder rufen Sie die 112 an.
Diagnose
- Knöchel-Arm-Index (ABI): vergleicht den Blutdruck am Knöchel mit dem am Arm. Ein Wert außerhalb des Normbereichs (0,91–1,39) weist auf eine arterielle Erkrankung hin. Bei Diabetes oder Nierenerkrankung, wenn die Arterien verkalkt sein können, wird der Zehen-Arm-Index verwendet.
- Arterieller Duplex-Ultraschall: lokalisiert Engstellen und Verschlüsse.
- CT- oder MR-Angiographie: wenn eine Revaskularisation geplant wird.
Die europäische Leitlinie von 2024 empfiehlt, den ABI bei Menschen ab 65 Jahren zu messen sowie bei 50- bis 64-Jährigen mit Risikofaktoren wie Rauchen, Diabetes, Bluthochdruck, erhöhtem Cholesterin oder Nierenerkrankung.
Behandlung
1. Herz und Gehirn schützen
- Vollständiger Rauchstopp: die wirksamste Maßnahme.
- Statine gegen erhöhtes Cholesterin, die zudem die Gehstrecke verbessern.
- Thrombozytenaggregationshemmer bei Beschwerden oder nach einer Revaskularisation.
- Gute Einstellung von Blutdruck und Diabetes.
2. Mehr gehen: überwachtes Gehtraining
Die europäische Leitlinie legt das überwachte Gehtraining als Erstlinientherapie der Claudicatio fest: regelmäßig gehen, bis mäßige Schmerzen auftreten, pausieren und wiederholen – mehrmals pro Woche. Das verlängert die schmerzfreie Gehstrecke und verbessert die Lebensqualität.
3. Revaskularisation
Sie wird erwogen, wenn die Claudicatio den Alltag trotz Medikamenten und Training stark einschränkt, und immer bei extremitätenbedrohender Ischämie. Sie kann endovaskulär (Ballonangioplastie und Stents über eine Punktion) oder operativ (Bypass mit körpereigener Vene oder Kunststoffprothese sowie Endarteriektomie) erfolgen. Auch nach der Revaskularisation wird empfohlen, das Training fortzusetzen.
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Literatur
- Nordanstig J, Behrendt CA, Baumgartner I, et al. European Society for Vascular Surgery (ESVS) 2024 Clinical Practice Guidelines on the Management of Asymptomatic Lower Limb Peripheral Arterial Disease and Intermittent Claudication. Eur J Vasc Endovasc Surg. 2024;67(1):9-96.
Patienteninformation, geprüft von Dr. Óscar Merino, Gefäßchirurg. Sie ersetzt keine individuelle ärztliche Untersuchung.

Haben Sie Beinschmerzen beim Gehen?
Sprechstunde mit Duplex-Ultraschall in der Clínica Rotger im Zentrum von Palma.
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